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Cheatcode #10: Slippery Slope
Zitat: “An object in motion stays in motion, and an object at rest stays at rest unless acted upon by an unbalanced force”
Slippery Slope
Kennst du das? Du nimmst dir fest vor, heute mal nichts trinken, aber dann sitzen alle anderen mit Bier vor dir, und du? Klar. Auch.
Solche Szenen wirken harmlos, aber sie zeigen etwas Grundlegendes: Unsere Umgebung bestimmt unser Verhalten, viel mehr, als wir denken. Hier kommt der Slippery Slope-Effekt ins Spiel. Der Begriff klingt erstmal nach Kontrollverlust. Aber du kannst ihn auch bewusst umdrehen:
Wenn dich kleine Reize ins schlechte Verhalten rutschen lassen, dann kannst du genauso kleine Hürden bauen, die dich zur richtigen Entscheidung lenken.
Kleine Veränderung → große Wirkung.
Das Ganze funktioniert besonders gut in drei Bereichen:
Sozial: Wer ist um dich herum, und was ist dort "normal"?
Physisch: Was ist in Reichweite und was nicht?
Digital: Welche Reize springen dir direkt ins Auge?
In all diesen Feldern kannst du mit Mini-Maßnahmen viel bewirken. Und das Beste: Es geht nicht um Selbstkasteiung oder Willenskraft. Es geht um Cleverness.
Sozial: Du bist nicht stärker als dein Umfeld
Du willst weniger Alkohol trinken? Dann ist es wahrscheinlich keine gute Idee, regelmäßig mit Leuten abzuhängen, für die Bier = Standard ist.
Selbst wenn du dir vornimmst: „Ich trinke heute nur eins.“
Das klappt genau so lange, bis die Stimmung steigt und jemand ruft: „Ach komm, eins geht noch!“
Slippery Slope: Soziale Kontakt und Interaktionen bewusst wählen und zumindest teilweise auf die eigenen Ziele ausrichten.
Physisch: Sichtbarkeit = Verfügbarkeit
Wenn du konzentrierter lernen möchtest, solltest du dein Handy nicht sichtbar neben dir liegen lassen. Das klingt zunächst banal, doch allein der bloße Anblick kann bereits ausreichen, um den Impuls auszulösen, zum Handy zu greifen.
Besser ist es, das Smartphone außer Sichtweite zu legen, zum Beispiel in die Schublade, in einen anderen Raum oder einem Freund zur Aufbewahrung zu geben, wenn du in der Bibliothek lernst. So reduzierst du die Ablenkung und kannst dich deutlich besser auf deine Aufgaben konzentrieren.
Slippery Slope: Distanz schaffen zu allem Ungewollten und so die Hürde erhöhen, rückfällig zu werden (Handy, Fast Food, usw.)
Digital: Technik gegen Technik
Du willst weniger sinnlos scrollen, zum Beispiel auf TikTok? Dann nutze dein Handy gegen dich selbst. Hier ist ein einfacher Eskalationsplan mit Maßnahmen, die du schrittweise umsetzen kannst, von sanft bis radikal:
Zuerst kannst du TikTok von deinem Homescreen entfernen, sodass du die App nicht mehr automatisch antippst. Wenn das nicht reicht, installiere eine Blocker-App, die dir vor dem Öffnen einen kurzen Cooldown von 30 Sekunden auferlegt. Das reicht oft, um den Impuls zu unterbrechen. Der letzte Schritt: Deinstalliere die App komplett und nutze sie nur noch im Browser. So wird der Zugriff umständlicher und du überlegst dir zweimal, ob sich das Scrollen wirklich lohnt.
Slippery Slope: Auf digitalen Geräten bewusst die Dinge einschränken, die vor allem Zeit rauben, und stattdessen das leichter zugänglich machen, was man eigentlich häufiger tun möchte.
Das war dein Cheatcode für diese Woche. Jetzt liegt’s an dir.
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