Cheatcode #12: Pivots

Zitat: „No business plan survives first contact with the customer.“

Pivots

Wie ich in meinem Text „Warum Startup-Ideen wertlos sind“ schon angerissen habe: Die wenigsten Startups sind am Ende mit dem erfolgreich, womit sie angefangen haben. Hier nochmal die Kurzfassung mit ein paar Beispielen:

  • YouTube war mal Dating-Plattform gedacht

  • Canva war mal ein Tool zur Gestaltung von Jahrbüchern

  • Slack entstand bei der Entwicklung eines gescheiterten Computerspiels

  • Twitter war anfangs eine Plattform für Podcasts

  • Duolingo begann als Übersetzungsplattform für Websites

Hypothese gescheitert. Und jetzt?

Das Bild ist fast immer gleich: Es gibt eine erste Hypothese, welches Problem es zu lösen gilt. Doch im echten Kundenkontakt zeigt sich schnell, dass die Annahme nicht stimmt oder sich daraus kein funktionierendes Geschäftsmodell entwickeln lässt. Also ist es die Aufgabe der Gründer, einen passenden Pivot (Richtungswechsel im Geschäftsmodell) zu finden, mit dem es weitergehen kann.

So kommt mein Co-Founder immer dann, wenn er frustriert ist, mit irgendeiner wilden und zum Glück nicht ganz ernst gemeinten “Pivot-Idee” um die Ecke. Letztes Beispiel:

„Jungs, lass mal einfach OnlyFans-Manager in Dubai werden.“

Damit ihr in der Lage seid vernünftigere Pivot-Ideen als er zu entwickeln, kommt hier ein Konzept, das genau dabei hilft.

Typische Ansätze

  • Zoom-In: In diesem Fall wird eine einzelne Funktion zum gesamten Produkt, während alle anderen Funktionen weggelassen werden.

  • Zoom-Out: Hier wird das bisherige Produkt zur einzelnen Funktion eines deutlich größeren Produkts.

  • Kundensegment: Ein Wechsel der Zielgruppe ist eine einfache Möglichkeit, mit derselben Idee oder demselben Produkt erfolgreicher zu werden. Ein klassisches Beispiel: der Wechsel von B2C zu B2B. Also nicht mehr an Privatpersonen, sondern an Unternehmen zu verkaufen.

  • Wertschöpfung: Bei diesem Pivot geht es darum, wie ein Unternehmen Geld verdient. Das kann alles sein, zum Beispiel ein Wechsel von einem Abo zu einem Einmalkauf oder zu einer kostenlosen Version mit Werbung.

  • Growth Engine: Manchmal kann schon ein Wechsel im Wachstumskanal den entscheidenden Unterschied machen. Wie beim letzten Punkt ist hier vieles möglich. Zum Beispiel der Wechsel von Ads zu Referral, Social Media, SEO oder Direct Sales.

Das war dein Cheatcode für diese Woche. Jetzt liegt’s an dir.

Für alle Neuen: hier findet ihr die vorherigen Beiträge.

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