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Cheatcode #8: Besser als Gründen
Zitat: “Founders eat glass and stare into the abyss.”
Besser als Gründen
Jap, ich weiß, ich nerve euch hier ständig damit, wie großartig es sein kann, ein eigenes Startup zu gründen. Aber ganz objektiv betrachtet gibt es eigentlich eine viel bessere Alternative, mit ähnlichen Chancen, aber deutlich weniger Risiken.
Und zwar: einem frühphasigen Startup nicht als Gründer, sondern als früher Mitarbeiter beizutreten. Lass uns das mal kurz durchspielen.
Anteile für Mitarbeiter
Für relevante Vollzeitpositionen in der Frühphase, gibt es mittlerweile fast immer ein ESOP- oder VSOP-Programm. Heißt: Mitarbeitende werden am Unternehmen mitbeteiligt. Von dem, was ich so mitbekommen habe, kann der gesamte Mitarbeitendenpool dafür bis zu 15 % der Firmenanteile ausmachen.
Ein typisches Modell sieht dabei so aus: 1 Jahr Cliff, 4 Jahre Vesting. Was bedeutet das? Die zugesagten Anteile werden nicht sofort ausgezahlt, wäre ja auch zu einfach, dann könnte man sich direkt wieder verabschieden. Stattdessen werden sie über vier Jahre verteilt, zum Beispiel anteilig pro Quartal ausgegeben. Der 1-Jahres-Cliff heißt: Im ersten Jahr gibt’s erstmal nichts. Wenn man aber das erste Jahr aber durchhält, dann bekommt man rückwirkend die Anteile für das ganze Jahr. Das gibt beiden Seiten Zeit, um zu schauen, ob man wirklich zusammen passt.
Ähnliche Upside, Geringere Downside
Ihr seid also am Unternehmen beteiligt, ohne es selbst gegründet oder investiert zu haben. Sweet. Außerdem bekommt ihr noch ein geregeltes Gehalt, habt Urlaub, und gesetzliche Arbeitsstunden. Alles Sachen die beim Gründer selbst im Zweifelsfall schon mal hinten drüber fallen.
Und trotzdem könnt ihr Vollgas geben, mit dem Wissen, dass jede Zeile Code oder jeder Kunde den ihre gewinnt, eure eigenen Anteile wertvoller macht. Aber nach 4–5 Jahren könnt ihr auch ganz entspannt in den Sack hauen und sagen: ‚Schön war’s, ich bin dann mal weg‘ und behaltet trotzdem eure Anteile.
Das heißt: Ihr habt immer noch die Chance, irgendwann fett Kasse zu machen, wenn das Unternehmen verkauft wird oder anfängt, Gewinne auszuschütten. Klar, nicht so viel wie die Gründer, aber ganz ehrlich: Ich hätte kein Problem damit, 0,1 % von Facebook zu besitzen. Aber für den Worst Case, das dass Unternehmen pleite geht, trifft es euch viel viel weniger hart, als die Gründer.
Einer der wenigen potentiellen Nachteile: Ihr werdet nicht unbedingt berühmt. Ob ihr das eher gut oder schlecht findet, hängt von euch ab. Oder kennt ihr die ersten Mitarbeiter von Instagram oder Airbnb? Eben. Ich auch nicht.
Warum ihr vielleicht doch mal Gründen solltet?
So, und jetzt nochmal, um den Kreis zu schließen: Warum eigene Gründungserfahrung vielleicht doch gar nicht so verkehrt ist, auch wenn es nur ein kleines Projekt nebenbei war.
Denn ratet mal, wen Gründer in der Frühphase am liebsten einstellen? Genau, Leute mit Startup-Erfahrung. Und noch lieber: Leute die selbst schon gegründet haben. Makes sense, right?
Das war dein Cheatcode für diese Woche. Jetzt liegt’s an dir.
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